Cannabis düngen: NPK, pH & EC für Anfänger erklärt

Zuletzt aktualisiert: Mai 2026 Lesezeit: ca. 14 Minuten Von den Experten des Growshop Köln

Warum Düngen so wichtig ist

Cannabis ist eine schnell wachsende Pflanze mit hohem Nährstoffbedarf. In der Natur bezieht sie ihre Mineralien aus dem Boden, der durch Mikroorganismen, Verrottung und Verwitterung ständig nachgeliefert bekommt. In einer Growbox oder einem Topf auf dem Balkon ist dieses Reservoir endlich – nach wenigen Wochen sind die Nährstoffe in der Erde aufgebraucht.

Das Grundprinzip ist simpel: Pflanzen betreiben Photosynthese. Sie wandeln Lichtenergie, CO&sub2; und Wasser in Zucker und Sauerstoff um. Für diesen Prozess und den Aufbau von Zellstrukturen brauchen sie Mineralstoffe – allen voran Stickstoff (N), Phosphor (P) und Kalium (K). Fehlt auch nur einer dieser Hauptnährstoffe, stockt das Wachstum, Blätter verfärben sich und die Ernte leidet.

Düngen heißt also nichts anderes als: der Pflanze die Mineralien zur Verfügung stellen, die sie für gesundes Wachstum und eine ertragreiche Blüte braucht – zur richtigen Zeit, in der richtigen Menge.

ℹ️ Substrat beeinflusst die Düngung

Erde puffert Nährstoffe und verzeiht Dosierungsfehler besser. Kokos und Hydro liefern selbst kaum Mineralstoffe – hier ist präzises Düngen Pflicht. Mehr dazu in unserem Ratgeber Erde vs. Coco vs. Hydro.

Wer noch keine Growbox hat, sollte sich zuerst mit der Grundausstattung beschäftigen: → Growbox einrichten: Schritt für Schritt

NPK erklärt – Stickstoff, Phosphor & Kalium

Auf jeder Düngerflasche steht ein Zahlencode wie 4-2-3 oder 2-7-4. Das ist das sogenannte NPK-Verhältnis – es beschreibt den prozentualen Anteil der drei Hauptnährstoffe. Wer dieses Verhältnis versteht, kann Dünger gezielt nach Wachstumsphase auswählen.

Stickstoff (N) – der Wachstumsmotor

Stickstoff ist der wichtigste Baustein für Chlorophyll, Proteine und Enzyme. In der vegetativen Phase braucht Cannabis besonders viel davon, weil die Pflanze Blätter, Stängel und Triebe ausbildet. Ein Stickstoffmangel zeigt sich als erstes an den unteren Blättern: Sie werden hellgrün bis gelb, weil die Pflanze den vorhandenen Stickstoff zu den jungen Trieben umleitet.

Phosphor (P) – der Blütenmacher

Phosphor ist essentiell für den Energietransport (ATP), die Wurzelentwicklung und vor allem die Blütenbildung. Wenn du auf 12/12 Lichtzyklus umstellst, steigt der Phosphorbedarf deutlich an. Phosphormangel erkennt man an violett-rötlichen Verfärbungen an Stängeln und Blattstielen sowie verzögerter Blüte.

Kalium (K) – der Regulator

Kalium steuert die Wasser- und Nährstoffaufnahme, reguliert die Spaltöffnungen und stärkt das Immunsystem der Pflanze. Es ist in allen Phasen wichtig, aber besonders in der Blüte, wo es für dichte, schwere Blüten sorgt. Kaliummangel zeigt sich durch verbrannte, braune Blattspitzen und -ränder.

Sekundär- und Mikronährstoffe

Neben NPK benötigt Cannabis weitere Mineralstoffe in kleineren Mengen:

Wichtige Sekundär- und Mikronährstoffe
Nährstoff Chemisch Funktion Mangelsymptom
Calcium Ca Zellwandstabilität, Wurzelwachstum Braune Flecken auf jungen Blättern
Magnesium Mg Zentralatom im Chlorophyll Intervenale Chlorose (gelbe Blätter mit grünen Adern)
Eisen Fe Chlorophyllsynthese, Enzymaktivierung Neue Blätter gelb bis weiß
Schwefel S Aminosäuren, Terpensynthese Gleichmäßig hellgrüne junge Blätter

Die gute Nachricht: Hochwertige Cannabis-Dünger von BioBizz, CANNA oder Plagron enthalten all diese Nährstoffe in einem abgestimmten Verhältnis. Du musst nicht jeden Mikronährstoff einzeln dosieren – es sei denn, du arbeitest rein mineralisch in Hydro.

Düngephasen: Vom Keimling bis zur Spülphase

Cannabis durchläuft in seinem Lebenszyklus deutlich unterschiedliche Phasen – und jede Phase hat einen anderen Nährstoffbedarf. Die häufigsten Probleme entstehen, wenn Grower in jeder Phase gleich düngen. Hier ist der Überblick:

Phase 1: Keimling (Woche 1–2)

Keimlinge haben winzige Wurzeln und beziehen ihre Energie aus dem Samenvorrat. Kein Dünger in dieser Phase. Vorgedüngte Erde (z. B. BioBizz Light Mix) reicht völlig aus. Zu frühes Düngen verbrennt die empfindlichen Wurzelspitzen.

Phase 2: Vegetation (Woche 3–6)

Jetzt wächst die Pflanze explosiv. Der Stickstoffbedarf ist hoch, weil Blätter und Stängel aufgebaut werden. Verwende einen N-betonten Dünger (z. B. BioBizz Grow oder CANNA Vega). Starte mit der halben Herstellerdosierung und steigere langsam.

Phase 3: Vorblüte / Umstellung (Woche 7–8)

Die Umstellung auf 12/12 Lichtzyklus leitet die Blüte ein. In den ersten 1–2 Wochen streckt sich die Pflanze noch einmal stark (der „Stretch“). Hier düngst du übergangsweise: Grow-Dünger reduzieren, Bloom-Dünger langsam einführen. Manche Grower nutzen in dieser Phase beides halbe-halbe.

Phase 4: Blüte (Woche 9–14)

Der Phosphor- und Kaliumbedarf steigt massiv an, Stickstoff wird weniger gebraucht. Wechsle vollständig auf einen P/K-betonten Bloom-Dünger (z. B. BioBizz Bloom, CANNA Flores). Optionale Booster wie PK 13/14 können in der Hauptblüte (Woche 4–6 nach Umstellung) für dichtere Blüten sorgen.

Phase 5: Spülphase / Flush (letzte 2 Wochen)

In den letzten 10–14 Tagen vor der Ernte gießt du nur noch mit reinem Wasser (pH-justiert). Die Pflanze verbraucht die eingelagerten Nährstoffe in den Blättern – sichtbar daran, dass die Fächerblätter gelb werden. Das Ergebnis: sauberer, milderer Geschmack und ein weißeres Aschebild beim Verbrennen.

Düngeplan übersicht: EC, pH und Nährstoffe nach Phase
Phase Woche NPK-Schwerpunkt EC-Wert (Erde) EC-Wert (Coco/Hydro) pH-Wert
Keimling 1–2 Kein Dünger 0,4–0,6 0,3–0,5 6,3–6,5
Vegetation 3–6 N-betont (z. B. 4-2-3) 0,8–1,4 0,8–1,6 6,0–6,5
Vorblüte 7–8 Übergang N → P/K 1,2–1,6 1,2–1,8 6,0–6,5
Blüte 9–14 P/K-betont (z. B. 2-7-4) 1,4–2,0 1,6–2,2 6,0–6,5
Spülphase 15–16 Nur Wasser < 0,3 < 0,3 6,0–6,5
✅ Weniger ist mehr

Starte immer mit der halben Herstellerdosierung und steigere langsam über 2–3 Wochen. Eine Unterdüngung lässt sich leicht korrigieren – eine Überdüngung (Nährstoffsperre) kann einen ganzen Grow kosten.

Du willst die Dosierung nicht manuell ausrechnen? Unser interaktiver Düngerechner zeigt dir die empfohlene Menge pro Liter für jede Phase.

pH & EC richtig messen

Du kannst den teuersten Dünger der Welt verwenden – wenn der pH-Wert nicht stimmt, kann die Pflanze die Nährstoffe trotzdem nicht aufnehmen. pH und EC sind die zwei Messgrößen, die über Erfolg oder Misserfolg deiner Düngung entscheiden.

pH-Wert: Der Schlüssel zur Nährstoffaufnahme

Der pH-Wert beschreibt, wie sauer oder alkalisch dein Gießwasser (und damit die Bodenlösung) ist. Cannabis in Erde bevorzugt einen pH zwischen 6,0 und 6,5. In Coco und Hydro liegt der Idealbereich bei 5,5 bis 6,2.

Warum ist das so wichtig? Jeder Nährstoff hat einen pH-Bereich, in dem er löslich und damit für die Wurzeln verfügbar ist. Außerhalb dieses Bereichs fallen die Mineralstoffe aus oder werden gebunden – ein Zustand, der Nutrient Lockout genannt wird. Die Pflanze verhungert, obwohl genügend Dünger im Substrat ist.

⚠️ Achtung: N&auml;hrstoffsperre!

Ein pH-Wert unter 5,5 oder über 7,0 blockiert die Nährstoffaufnahme fast vollständig. Calcium, Magnesium und Eisen sind besonders anfällig. Miss den pH bei jeder Gießung – auch erfahrene Grower machen das.

EC-Wert: Die Nährstoffkonzentration

EC steht für Electrical Conductivity (elektrische Leitfähigkeit) und gibt an, wie viele gelöste Salze (= Nährstoffe) in deinem Gießwasser sind. Je höher der EC, desto konzentrierter die Nährlösung.

  • EC 0,3–0,5: Leitungswasser ohne Dünger (Grundwert)
  • EC 0,8–1,4: Leichte Düngung (Vegetation, Anfänger)
  • EC 1,4–2,0: Mittlere Düngung (Blüte, Erde)
  • EC 2,0–2,4: Starke Düngung (Coco/Hydro, Blüte-Peak)
  • über EC 2,5: Gefahr der Überdüngung – nur für Profis

Welche Messgeräte brauche ich?

Für den Einstieg reichen zwei Geräte: ein pH-Meter und ein EC-Meter (auch TDS-Meter genannt). Kombimodelle gibt es ab ca. 30–50 €. Wichtig: Digitale Stifte regelmäßig kalibrieren – je nach Modell alle 2–4 Wochen mit Kalibrationslösung. Ein falsch kalibriertes pH-Meter ist schlimmer als gar keins, weil du dich in falscher Sicherheit wiegst.

Zusätzlich brauchst du pH-Down (Säure, z. B. Phosphorsäure) und pH-Up (Base, z. B. Kaliumhydroxid), um den pH des Gießwassers nach dem Düngen zu korrigieren. Die meisten Dünger senken den pH leicht – pH-Down brauchst du fast immer, pH-Up eher selten.

pH-Meter, EC-Meter und Kalibrierl&ouml;sungen findest du bei uns im Growshop in K&ouml;ln-Deutz &ndash; wir zeigen dir auch, wie du richtig kalibrierst.
Zum D&uuml;nger-Sortiment

Hersteller-Vergleich: BioBizz, CANNA, Plagron & Hesi

Es gibt Dutzende Düngermarken auf dem Markt – aber vier Hersteller dominieren den Cannabis-Bereich in Europa. Jeder hat seine Stärken, und die richtige Wahl hängt von deinem Erfahrungsstand und deinem Substrat ab. In unserem Growshop in Köln-Deutz (Siegesstraße 6) führen wir alle vier Marken – du kannst dich vor Ort beraten lassen.

Dünger-Hersteller im Vergleich
Hersteller Typ Schwierigkeit Preis Stärke
BioBizz 100 % organisch Anfänger Mittel Fehlerverzeihend, lebendiger Boden, guter Geschmack
CANNA Mineralisch / Organisch Fortgeschritten Mittel–hoch Präzise steuerbar, maximaler Ertrag, Profi-Standard
Plagron Hybrid (bio + mineralisch) Mittel Mittel Flexibel, gute Erden, vielseitige Produktpalette
Hesi Mineralisch / Organisch Anfänger Günstig Einfaches Schema, preiswert, gutes Preis-Leistungs-Verhältnis

BioBizz – der Organik-Klassiker

BioBizz aus den Niederlanden setzt komplett auf organische Dünger. Das Basis-Trio „Grow, Bloom, Top-Max“ deckt den gesamten Lebenszyklus ab. Organische Dünger fördern ein aktives Bodenleben: Mikroorganismen zersetzen die organischen Verbindungen und machen die Nährstoffe pflanzenverfügbar. Das dauert etwas länger als bei mineralischen Düngern, ist dafür aber wesentlich fehlerverzeihender. Überdüngung ist mit BioBizz deutlich schwerer zu erreichen. Ideal für Anfänger in Erde.

CANNA – der Profi-Standard

CANNA liefert substratspezifische Düngerlinien: Terra (Erde), Coco, Aqua (Hydro). Jede Linie ist exakt auf die chemischen Eigenschaften des jeweiligen Substrats abgestimmt. CANNA Dünger sind mineralisch oder semi-organisch – sie wirken sofort und lassen sich per EC-Meter präzise dosieren. Das macht sie zur ersten Wahl für Grower, die maximale Kontrolle wollen. Die Lernkurve ist etwas steiler, aber wer die Basics (pH, EC) beherrscht, wird mit CANNA die besten Ergebnisse erzielen.

Plagron – der Allrounder

Plagron bietet sowohl rein organische (Alga-Linie) als auch mineralische Produkte (Terra, Hydro). Besonders beliebt ist die Kombination aus Plagron-Erde (Royal Mix, Light Mix) mit der passenden Düngerlinie. Plagron liegt preislich im Mittelfeld und ist eine solide Wahl für Grower, die sich nicht auf rein bio oder rein mineralisch festlegen wollen.

Hesi – einfach und günstig

Hesi aus den Niederlanden setzt auf unkomplizierte Düngepläne mit wenigen Komponenten. Die Preise sind deutlich niedriger als bei CANNA oder BioBizz. Für Einsteiger, die ihr erstes Setup mit begrenztem Budget starten, ist Hesi eine ehrliche Option – die Ergebnisse sind solide, wenn auch nicht auf dem Niveau von CANNA bei optimaler Dosierung.

✅ Unsere Empfehlung f&uuml;r Einsteiger

BioBizz Light Mix + BioBizz Grow/Bloom/Top-Max: Die fehlerverzeihendste Kombination für den ersten Grow. Die vorgedüngte Erde liefert Nährstoffe für 2–3 Wochen, danach startest du sanft mit dem flüssigen Dünger. Alle Produkte bekommst du bei uns in der Siegesstraße 6 in Köln-Deutz.

Über- und Unterdüngung erkennen

Die Pflanze zeigt dir über ihre Blätter ziemlich genau, was ihr fehlt – oder was zu viel ist. Hier die häufigsten Symptome auf einen Blick:

Symptom-Übersicht: Mangel und Überschuss
Symptom Mögliche Ursache Maßnahme
Untere Blätter werden gelb und fallen ab Stickstoff-Mangel (N) Grow-Dünger erhöhen oder einführen
Verbrannte, braune Blattspitzen Überdüngung (zu hoher EC) Spülen mit pH-Wasser, Dünger reduzieren
Dunkelgrüne, klauenartig nach unten gebogene Blätter Stickstoff-Überschuss N-Dünger reduzieren, spülen
Violette Stängel und Blattstiele Phosphor-Mangel (P) Bloom-Dünger früher einsetzen, pH prüfen
Braune, vertrocknete Blattränder Kalium-Mangel (K) Bloom-Dünger erhöhen, pH prüfen
Gelbe Blätter mit grünen Adern (intervenale Chlorose) Magnesium-Mangel (Mg) CalMag-Zusatz, pH auf 6,0–6,5 bringen
Neue Blätter gelb bis weiß Eisen-Mangel (Fe) pH senken (Fe-Lockout bei pH > 6,5), Chelat-Eisen
Rost-braune Flecken auf Blättern Calcium-Mangel (Ca) CalMag-Supplement, pH zwischen 6,0 und 6,5 halten

Wichtig: Bevor du einen vermeintlichen Nährstoffmangel mit mehr Dünger behandelst, prüfe immer zuerst den pH-Wert. In über 70 % der Fälle, die wir im Laden sehen, ist ein falscher pH die eigentliche Ursache – nicht ein fehlender Nährstoff. Der Dünger ist oft schon da, die Pflanze kann ihn nur nicht aufnehmen.

⚠️ Nicht sofort nachl&uuml;ngen!

Gelbe Blätter bedeuten nicht automatisch „mehr Dünger“. Miss pH und EC im Drain-Wasser (Ablauf unten am Topf). Ist der EC hoch und der pH daneben, liegt ein Lockout vor – spüle mit pH-Wasser, statt mehr Dünger zu geben.

Praxis-Tipps für den Alltag

Die Theorie ist das eine – die tägliche Praxis das andere. Hier sind die Tipps, die wir unseren Kunden im Growshop in Köln-Deutz am häufigsten mitgeben:

1. Weniger ist mehr

Das ist die goldene Regel der Düngung. Cannabis ist überraschend genügsam – vor allem in guter Erde. Starte mit 50 % der Herstellerdosierung und beobachte die Pflanze eine Woche. Zeigt sie gesundes, dunkelgrünes Wachstum, reicht die Dosis. Erst wenn die unteren Blätter hellgrün werden, erhöhst du vorsichtig.

2. Immer pH messen – bei jeder Gießung

Klingt übertrieben, ist es aber nicht. Leitungswasser schwankt je nach Region und Jahreszeit zwischen pH 6,5 und 8,5. Dünger verändert den pH zusätzlich. Erst düngen, dann pH messen, dann pH korrigieren, dann gießen – in dieser Reihenfolge. Immer.

3. Gießwasser temperieren

Kaltes Leitungswasser (unter 15 °C) kann die Wurzeln schocken und die Nährstoffaufnahme verlangsamen. Lass das Wasser auf Raumtemperatur (20–23 °C) kommen, bevor du gießt. Ein einfacher Eimer, der über Nacht im Growraum steht, reicht.

4. Drain kontrollieren (Run-off)

Gieße so viel, dass 10–20 % des Wassers unten aus dem Topf herausläuft. Dieser Drain verhändert Salz-Anreicherung im Substrat. Miss gelegentlich den EC und pH des Ablaufwassers: Ist der EC im Drain deutlich höher als im Gießwasser, lagern sich Salze an – Zeit für eine Spülung.

5. Dünger nie mischen – es sei denn, der Hersteller sagt es

Konzentrate verschiedener Hersteller können chemisch reagieren und ausfallen. Bleib bei einem Düngersystem pro Grow. BioBizz-Erde mit CANNA-Dünger ist keine gute Idee – nutze die Erde und den Dünger eines Herstellers zusammen.

6. Drainage nicht vergessen

Töpfe brauchen Abzugslöcher. Perlite im Substrat (10–30 %) verbessern die Drainage und Belüftung der Wurzeln. Staunässe führt zu Wurzelfäule und verhindert die Nährstoffaufnahme – egal wie gut du düngst.

7. Grow-Tagebuch führen

Notiere bei jeder Gießung: Düngermenge, EC, pH, Drain-EC, Drain-pH. Klingt nerdig, spart aber beim nächsten Grow enorm Zeit, weil du genau weißt, was funktioniert hat – und was nicht.

Häufige Fragen

Wann fange ich an zu düngen?

In vorgedüngter Erde (z. B. BioBizz Light Mix) frühestens nach 2–3 Wochen, wenn die Pflanze 3–4 echte Blattpaare hat. In ungedüngtem Substrat (Coco, Perlite) kann eine sehr leichte Düngung ab dem ersten echten Blattpaar nötig sein. Keimlinge (erste 7–10 Tage) bekommen nie Dünger.

Organisch oder mineralisch düngen – was ist besser?

Organisch (z. B. BioBizz) ist fehlerverzeihender, fördert das Bodenleben und liefert oft besseren Geschmack. Mineralisch (z. B. CANNA) wirkt sofort, ist präzise steuerbar und liefert tendenziell höhere Erträge. Für Anfänger empfehlen wir organisch in Erde. Wer Erfahrung hat und maximale Kontrolle will, greift zu mineralisch.

Was tun bei Überdüngung?

Sofort mit pH-justiertem Wasser (ohne Dünger) spülen – mindestens die dreifache Topfmenge durchlaufen lassen. Dann 3–5 Tage warten und mit halber Dosierung neu starten. Die verbrannten Blattspitzen erholen sich nicht, aber neues Wachstum sollte wieder gesund sein.

Brauche ich CalMag?

In den meisten Fällen nicht, wenn du eine gute Erde und einen vollständigen Dünger verwendest. CalMag wird wichtig bei: (1) Coco-Substrat (bindet Calcium), (2) sehr weichem Leitungswasser (unter 0,3 EC), (3) LED-Beleuchtung (höherer Mg-Bedarf als bei NDL). Zeigt die Pflanze intervenale Chlorose, ist CalMag oft die Lösung.

Wie oft muss ich düngen?

In Erde: bei jedem zweiten Gießvorgang (im Wechsel Dünger – reines Wasser). In Coco und Hydro: bei jeder Gießung, da das Substrat keine Nährstoffe speichert. In der Spülphase (letzte 2 Wochen vor Ernte) ausschließlich mit reinem Wasser.

Kann ich verschiedene Düngermarken mischen?

Davon raten wir ab. Jeder Hersteller stimmt seine Produkte aufeinander ab. Wenn du z. B. BioBizz Grow mit CANNA Flores kombinierst, stimmen die Nährstoffverhältnisse nicht mehr. Bleib bei einer Marke pro Grow. Ausnahme: Universelle Zusätze wie CalMag oder pH-Regulierer sind markenunabhängig.

Wie spüle ich richtig vor der Ernte?

In den letzten 10–14 Tagen vor der Ernte gießt du nur noch mit pH-justiertem Wasser (6,0–6,5 für Erde). Beim ersten Spülvorgang lasse die 2–3-fache Topfmenge an Wasser durchlaufen, um überschüssige Salze auszuwaschen. Danach normal gießen (ohne Dünger). Die Blätter werden gelb – das ist gewollt und zeigt, dass die Pflanze ihre Reserven verbraucht.

Persönliche Düngeberatung im Growshop Köln-Deutz: Wir helfen dir, den richtigen Dünger und das passende Schema für deinen Grow zu finden – kostenlos, vor Ort in der Siegesstraße 6.
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