Erde vs Coco vs Hydro – Substrat-Vergleich für Indoor Growing

Zuletzt aktualisiert: Mai 2026 Lesezeit: ca. 14 Minuten Von den Experten des Growshop Köln

Warum das Substrat so entscheidend ist

Das Substrat ist das Fundament deines Grows – buchstäblich. Es bestimmt, wie deine Wurzeln wachsen, wie Nährstoffe aufgenommen werden, wie viel Sauerstoff an die Wurzelzone gelangt und wie stark dein Puffer gegen Fehler ausfallen wird. Die Wahl zwischen Erde, Kokos und Hydro ist deshalb keine Nebensache, sondern eine der ersten und wichtigsten Entscheidungen, die du als Grower triffst.

Jedes Medium hat seine Stärken und Schwächen. Es gibt nicht „das beste Substrat“ – es gibt nur das Substrat, das am besten zu dir, deiner Erfahrung und deinem Setup passt. Ein Anfänger, der mit Hydro startet, wird schneller scheitern als einer, der mit guter Erde beginnt. Ein erfahrener Grower, der auf Ertrag optimiert, wird mit DWC Ergebnisse erzielen, die mit Erde kaum möglich sind.

In diesem Ratgeber vergleichen wir die drei Hauptkategorien ausführlich: Erde, Kokos (Coco Coir) und Hydro (DWC, NFT, Drip). Dazu gibt es eine große Vergleichstabelle, eine Empfehlungs-Matrix und Praxis-Tipps zu Mischsubstraten.

Die Düngung hängt stark vom Substrat ab – einen separaten Ratgeber dazu findest du hier: Düngung im Indoor Grow

ℹ️ Substrat anfassen und vergleichen

In unserem Growshop in Köln-Deutz (Siegesstraße 6) kannst du alle Substrate vor Ort sehen, anfassen und vergleichen. BioBizz, Plagron, CANNA – wir beraten dich persönlich und finden das richtige Medium für deinen Grow.

Erde (Soil) – der Klassiker

Erde ist das älteste und natürlichste Substrat für den Pflanzenanbau. Für Indoor-Grower bedeutet Erde nicht den Boden aus dem Garten, sondern speziell gemischte, vorgedüngte Substrate, die optimal auf die Bedürfnisse deiner Pflanzen abgestimmt sind. Die besten Erden bestehen aus Torf, Kompost, Perlite und organischen Düngemitteln in einem sorgfältig abgestimmten Verhältnis.

Vorteile von Erde

  • Natürlicher Puffer: Erde puffert pH-Schwankungen und Nährstoff-Überdosierungen ab. Kleine Fehler beim Gießen oder Düngen werden verziehen – das Substrat gleicht Schwankungen selbstständig aus.
  • Einfach für Einsteiger: Vorgedüngte Erden wie BioBizz All-Mix oder Plagron Grow-Mix enthalten Nährstoffe für die ersten 3–6 Wochen. Du musst anfangs nur gießen – fertig.
  • Organischer Anbau möglich: Erde ist das einzige Medium, in dem ein vollständig organischer Grow mit Bodenleben, Mykorrhiza und Komposttees sinnvoll möglich ist. Das Ergebnis ist ein besonders aromatisches Endprodukt.
  • Geringere Gießhäufigkeit: Erde speichert Wasser länger als Coco oder Hydro. Je nach Topfgröße reicht alle 2–4 Tage gießen – ideal, wenn du nicht täglich am Setup sein kannst.
  • Günstiger Einstieg: Keine teure Technik nötig. Töpfe, Erde und ein pH-Messgerät reichen für den Start.

Nachteile von Erde

  • Langsameres Wachstum: Verglichen mit Coco und Hydro wachsen Pflanzen in Erde langsamer. Nährstoffe müssen erst durch Mikroorganismen verfügbar gemacht werden.
  • Schädlingsrisiko: Organisches Material zieht Trauermücken (Fungus Gnats) und andere Schädlinge an. Erde aus dem Baumarkt kann bereits Larven enthalten.
  • Schwerere Töpfe: Nasse Erde ist schwer. Ein 20-Liter-Topf mit feuchter Erde wiegt über 15 kg – das wird beim Umstellen mühsam.
  • Weniger Kontrolle: Vorgedüngte Erden machen es schwer, den exakten Nährstoffgehalt zu messen und zu steuern. Du arbeitest mehr mit Bauchgefühl als mit Daten.

Empfohlene Erden

Produkt Vordüngung Geeignet für Preis (ca.)
BioBizz All-Mix Stark (4–6 Wochen) Fortgeschrittene, organischer Grow 15–18 € / 50 L
BioBizz Light-Mix Leicht (1–2 Wochen) Anfänger, Stecklinge, eigenes Dünge-Regime 12–15 € / 50 L
Plagron Grow-Mix Mittel (3–4 Wochen) Allrounder, Indoor & Outdoor 14–17 € / 50 L
Plagron Batmix Stark (Guano-basiert) Blütephase, erfahrene Grower 18–22 € / 50 L

pH- und EC-Bereich bei Erde

Der optimale pH-Wert für Erde liegt zwischen 6,0 und 7,0, idealerweise bei 6,3–6,5. In diesem Bereich sind alle Makro- und Mikronährstoffe optimal verfügbar. Der EC-Wert des Gießwassers sollte zwischen 1,0 und 2,0 mS/cm liegen – bei vorgedüngten Erden in den ersten Wochen eher am unteren Ende.

Ausführliche Informationen zur Düngung bei Erde findest du im Dünge-Ratgeber

Kokos (Coco Coir) – das Beste aus zwei Welten

Kokossubstrat (Coco Coir) wird aus den Fasern der Kokosnuss-Schale gewonnen. Es ist ein inertes, also nährstofffreies Medium, das die Vorzüge von Erde und Hydro kombiniert: Es bietet physischen Halt wie Erde, ermöglicht aber ein Wachstumstempo, das deutlich näher an Hydro herankommt. In den letzten Jahren hat sich Coco zum beliebtesten Substrat unter fortgeschrittenen Indoor-Growern entwickelt – aus guten Gründen.

Vorteile von Kokos

  • Schnelleres Wachstum: Durch die exzellente Sauerstoffversorgung der Wurzeln wachsen Pflanzen in Coco spürbar schneller als in Erde – typischerweise 10–20 % mehr Biomasse in derselben Zeitspanne.
  • Steriles Medium: Hochwertiges Coco ist von Natur aus frei von Schädlingen, Pilzen und Krankheitserregern. Das Risiko von Trauermücken ist deutlich geringer als bei Erde.
  • Wiederverwendbar: Nach einem Grow kannst du Coco spülen, mit Enzymen behandeln und erneut verwenden. Das spart Geld und ist nachhaltiger.
  • Hervorragendes Wurzelwachstum: Die lockere Struktur von Coco ermöglicht eine enorme Wurzelentwicklung. Mehr Wurzelmasse bedeutet mehr Nährstoffaufnahme und stärkere Pflanzen.
  • Gutes Wasser-Luft-Verhältnis: Coco speichert bis zu 10-mal sein Eigengewicht an Wasser und bietet gleichzeitig eine Luftkapazität von ca. 22–30 %. Wurzeln ertrinken nicht so leicht wie in reinem Wasser.
  • Leichtes Gewicht: Deutlich leichter als Erde – ideal für Mietwohnungen und begrenzte Tragfähigkeit.

Nachteile von Kokos

  • CalMag ist Pflicht: Kokosfasern binden Kalzium und Magnesium – du musst diese mit jedem Gießen als CalMag-Ergänzung zugeben. Ohne CalMag zeigen Pflanzen schnell Mängel.
  • Tägliches Gießen nötig: Coco trocknet schneller als Erde. In der Blütephase musst du mindestens einmal, oft zweimal täglich gießen – oder ein automatisches Bewässerungssystem einsetzen.
  • Kein Puffer: Coco ist inert – es enthält keine Nährstoffe und puffert Fehler nicht ab. Du musst von Anfang an mit Nährlösung gießen und pH sowie EC präzise kontrollieren.
  • Qualitätsunterschiede: Billiges Coco kann Natrium und Chlorid enthalten, die Wurzeln schädigen. Nur gepuffertes, gewaschenes Coco von Markenherstellern verwenden.
⚠️ Billiges Coco kann den Grow ruinieren

Nicht jedes Kokossubstrat ist gleich. Ungewaschenes Coco aus dem Baumarkt enthält häufig hohe Salzrückstände (Natrium, Chlorid), die Wurzelverbrennungen verursachen. Verwende ausschließlich gepuffertes und vorgewaschenes Coco von Herstellern wie CANNA oder Plagron.

Empfohlene Kokos-Produkte

Produkt Format Besonderheit Preis (ca.)
CANNA Coco Professional Plus 50 L Sack Doppelt gewaschen, gepuffert, sofort einsatzbereit 16–20 €
Plagron Cocos Premium 50 L Sack RHP-zertifiziert, gleichmäßige Struktur 14–18 €
BioBizz Coco-Mix 50 L Sack Biologisch, gute Mischung aus Faser und Chips 13–16 €
UGro Coco Brick Gepresster Block (70 L) Platzsparend, vor Gebrauch aufquellen lassen 10–14 €

pH- und EC-Bereich bei Kokos

Der optimale pH-Wert für Coco liegt zwischen 5,5 und 6,5, idealerweise bei 5,8–6,0. Das ist niedriger als bei Erde, weil Coco sich chemisch anders verhält. Der EC-Wert sollte in der Vegetation bei 0,8–1,4 mS/cm liegen und in der Blüte auf 1,4–2,2 mS/cm steigen. Regelmäßiges Messen von pH und EC im Drain-Wasser ist bei Coco Pflicht.

Unseren Düngerechner kannst du für die substratspezifische Dosierung nutzen →

Hydro – maximale Kontrolle, maximaler Ertrag

Hydroponik bedeutet: Die Pflanzen wachsen ohne festes Substrat direkt in einer Nährlösung oder in einem inerten Haltemedium (Blähton, Steinwolle), das lediglich der Wurzelverankerung dient. Die Nährstoffe werden vollständig über das Wasser zugeführt. Das ermöglicht eine Präzision, die mit keinem anderen Medium erreichbar ist – aber auch eine Komplexität, die Fehler sofort bestraft.

Die wichtigsten Hydro-Systeme

DWC (Deep Water Culture): Die Wurzeln hängen direkt in einem belüfteten Nährlösungs-Tank. Eine Luftpumpe versorgt die Lösung über Airstones mit Sauerstoff. DWC ist das einfachste Hydro-System und liefert beeindruckendes Wachstum. Nachteil: Bei Stromausfall oder Pumpenversagen sterben die Wurzeln innerhalb von Stunden ab.

NFT (Nutrient Film Technique): Ein dünner Film Nährlösung fließt kontinuierlich über die Wurzeln in einem geneigten Kanal. NFT ist effizient im Wasserverbrauch und skaliert gut für mehrere Pflanzen. Nachteil: Empfindlich gegenüber Verstopfungen und Pumpenausfällen.

Drip-System (Tropfbewässerung): Nährlösung wird über Tropfer direkt an die Wurzelzone jeder Pflanze geführt. Das Medium (Blähton, Steinwolle) dient nur als Anker. Drip-Systeme sind flexibel und für verschiedene Pflanzengrößen geeignet. In der Praxis ein guter Kompromiss zwischen DWC-Leistung und einfacherer Wartung.

Ebbe-und-Flut (Ebb & Flow): Die Pflanzen stehen in Blähton. Der Tisch wird periodisch mit Nährlösung geflutet und läuft wieder ab. Einfacher aufzubauen als NFT, fehlertoleranter als DWC. Beliebt bei Einsteigern in die Hydroponik.

Vorteile von Hydro

  • Schnellstes Wachstum: Pflanzen in DWC wachsen bis zu 30–50 % schneller als in Erde. Die Wurzeln haben direkten Zugang zu Nährstoffen und Sauerstoff – keine Wartezeiten, kein Umweg über Mikroorganismen.
  • Volle Kontrolle: Du steuerst pH, EC, Temperatur und jede einzelne Nährstoff-Komponente auf das Milligramm genau. Probleme erkennst du sofort anhand der Messwerte.
  • Maximaler Ertrag: Bei gleicher Pflanzenzahl und Fläche liefert Hydro typischerweise 20–40 % mehr Ertrag als Erde – unter optimalen Bedingungen noch mehr.
  • Kein Schädlingsrisiko durch Substrat: Kein organisches Material, keine Trauermücken, kein Schimmel im Medium.
  • Wassereffizienz: Geschlossene Hydro-Systeme verbrauchen bis zu 90 % weniger Wasser als herkömmlicher Anbau, weil die Lösung im Kreislauf geführt wird.

Nachteile von Hydro

  • Hohe Einstiegskosten: Pumpen, Tanks, Airpumpen, Timer, Messgeräte – ein DWC-Setup kostet 100–300 € mehr als ein Erde-Setup gleicher Größe.
  • Komplexität: pH, EC, Wassertemperatur und Sauerstoffgehalt müssen täglich oder sogar mehrmals täglich überwacht werden. Automatisierung hilft, kostet aber zusätzlich.
  • Null Fehlertoleranz: Ein falsch eingestellter pH-Wert, eine defekte Pumpe oder ein Stromausfall kann innerhalb von Stunden massive Schäden verursachen. Erde vergibt dir Tage, Hydro vergibt dir Stunden.
  • Stromabhängigkeit: Pumpen und Airstones müssen dauerhaft laufen. Bei Stromausfall sitzt du ohne Backup auf dem Trockenen – im wörtlichen Sinn.
  • Wurzelfäule: Zu warme Nährlösung (über 22 °C) fördert Pythium (Wurzelfäule). Die Wassertemperatur muss konstant zwischen 18 und 21 °C gehalten werden.
⛔ Stromausfall = Notfall

In einem DWC-System können Wurzeln bei einem Pumpenausfall innerhalb von 4–6 Stunden irreparabel geschädigt werden. Wenn du in einem Gebiet mit instabiler Stromversorgung lebst, ist eine USV (unterbrechungsfreie Stromversorgung) für die Luftpumpe dringend empfehlenswert – oder du wählst ein anderes Substrat.

pH- und EC-Bereich bei Hydro

Hydroponische Systeme verlangen die engsten Werte: Der pH-Wert muss zwischen 5,5 und 6,0 liegen, idealerweise bei 5,8. Schon eine Abweichung von 0,3 kann zu Nährstoff-Lockout führen. Der EC-Wert liegt in der Vegetation bei 0,8–1,4 mS/cm, in der Blüte bei 1,4–2,4 mS/cm. Tägliches Messen ist nicht optional, sondern Voraussetzung.

Die richtige Belüftung ist bei Hydro besonders kritisch, weil höhere Luftfeuchtigkeit entsteht: Belüftung im Indoor Grow

Große Vergleichstabelle: Erde vs Coco vs Hydro

Die folgende Tabelle fasst alle wichtigen Kriterien auf einen Blick zusammen. So findest du schnell heraus, welches Substrat zu deinen Anforderungen passt.

Kriterium Erde Kokos (Coco) Hydro (DWC)
Schwierigkeit Leicht Mittel Hoch
Kosten Setup 30–60 € 50–100 € 150–400 €
Laufende Kosten Niedrig Mittel (CalMag, Dünger) Mittel–Hoch (Strom, Dünger)
Wachstums­geschwindigkeit Normal Schnell (+10–20 %) Sehr schnell (+30–50 %)
Fehlertoleranz Hoch (Tage Puffer) Mittel (Stunden–1 Tag) Gering (Stunden)
Ertrags­potenzial Gut Sehr gut Maximal
pH-Bereich 6,0–7,0 5,5–6,5 5,5–6,0
EC-Bereich (Blüte) 1,0–2,0 mS/cm 1,4–2,2 mS/cm 1,4–2,4 mS/cm
Schädlings­risiko Mittel–Hoch Gering Sehr gering
Wieder­verwendbar Bedingt (Kompost) Ja (nach Spülung) Ja (Blähton spülen)
Gießhäufigkeit Alle 2–4 Tage 1–2× täglich Kontinuierlich (Pumpe)
Organisch möglich Ja (vollständig) Bedingt Nein (nur mineralisch)

Die Tabelle zeigt: Kein Substrat ist objektiv „das Beste“. Erde punktet bei Einfachheit und Fehlertoleranz, Coco bietet einen exzellenten Kompromiss, und Hydro liefert maximale Performance für erfahrene Grower mit dem passenden Setup.

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Welches Substrat passt zu dir?

Die richtige Wahl hängt von deiner Erfahrung, deinem Zeitbudget, deinem Platz und deinen Zielen ab. Hier unsere ehrliche Empfehlung:

Du bist Anfänger

→ Erde. Kein Zweifel. Starte mit einer vorgedüngten Erde wie BioBizz Light-Mix oder Plagron Grow-Mix, einem 11-Liter-Topf und einem simplen Dünge-Schema. Du machst garantiert Fehler – und Erde verzeiht sie. Lerne die Grundlagen: Licht, Belüftung, pH-Wert. Wenn du den ersten Grow erfolgreich hinter dir hast, kannst du über Coco nachdenken.

Du bist fortgeschritten

→ Kokos. Du hast ein paar Grows in Erde hinter dir, kennst pH und EC, hast ein Messgerät und bist bereit, täglich an deinem Setup zu arbeiten. Coco belohnt dich mit schnellerem Wachstum, besserem Wurzelsystem und mehr Kontrolle. Die Lernkurve ist moderat – wenn du mit Erde erfolgreich warst, schaffst du Coco.

Du bist Profi / ambitionierter Grower

→ Hydro (DWC oder Drip). Du willst maximalen Ertrag, hast Erfahrung mit Coco, ein solides Verständnis von Nährstoffchemie und bist bereit, täglich Messwerte zu kontrollieren. DWC liefert Ergebnisse, die mit keinem anderen Medium möglich sind – aber nur, wenn du weißt, was du tust.

Sonderfälle

  • Balkon / Outdoor: Erde ist die klare Wahl. Sonne, Wind und Temperaturänderungen machen Coco und Hydro draußen unpraktisch.
  • Mietwohnung (Platz & Gewicht): Coco ist ideal – leicht, sauber, kein Erdgeruch. Kombiniert mit automatischer Tropfbewässerung brauchst du nur alle paar Tage den Tank auffüllen.
  • Maximale Geschwindigkeit: DWC in einer gut belüfteten Growbox liefert die schnellsten Ergebnisse. Autoflower-Sorten profitieren besonders, weil jeder gewonnene Wachstumstag zählt.
  • Organischer Grow: Nur mit Erde wirklich möglich. Wer Wert auf Terpenprofil und natürliches Aroma legt, bleibt bei Soil.
✅ Unsere Empfehlung für den Umstieg

Wechsle nicht direkt von Erde zu DWC. Der ideale Weg: Erde → Coco → Hydro. Jeder Schritt baut auf dem vorherigen auf. Coco lehrt dich pH/EC-Kontrolle und tägliche Pflege – beides brauchst du für Hydro zwingend.

Mischsubstrate & Drainage

In der Praxis verwenden die meisten Grower keine reinen Substrate, sondern Mischungen. Durch die Zugabe von Perlite, Vermiculite oder Blähton lässt sich das Wasser-Luft-Verhältnis gezielt optimieren. Das Ergebnis: bessere Drainage, mehr Sauerstoff an den Wurzeln und weniger Risiko für Überwässerung.

Erde + Perlite

Die Standardmischung für Einsteiger: 70–80 % Erde, 20–30 % Perlite. Perlite ist ein vulkanisches Gestein, das zu kleinen, weißen Kügelchen expandiert wird. Es speichert Luft und verbessert die Drainage erheblich. Selbst schwere, stark vorgedüngte Erden wie BioBizz All-Mix profitieren von einer Perlite-Beimischung – das Risiko von Staunasse sinkt dramatisch.

Coco + Perlite (70/30)

Die beliebteste Coco-Mischung: 70 % Coco, 30 % Perlite. Diese Mischung bietet ein optimales Verhältnis von Wasserspeicherfähigkeit und Sauerstoffversorgung. Die Perlite verhindern, dass sich das Coco zu stark verdichtet, und sorgen dafür, dass überschüssiges Wasser schnell abfließt. Viele erfahrene Grower schwören auf genau diese Mischung als den Sweet Spot zwischen Erd- und Hydro-Kultur.

Blähton als Drainageschicht

Unabhängig vom Substrat empfiehlt sich eine 2–3 cm dicke Blähtonschicht am Topfboden. Blähton (z. B. von Plagron oder CANNA) verhindert, dass Erde oder Coco die Drainagelöcher verstopfen, und schafft eine Lufttasche unter dem Substrat. Das ist besonders in Töpfen ohne Erhebung am Boden wichtig.

Warum Drainage so wichtig ist

Staunasse ist der häufigste Anfängerfehler – und einer der tödlichsten. Wurzeln, die dauerhaft in stehendem Wasser sitzen, bekommen keinen Sauerstoff. Innerhalb weniger Tage setzen Fäulnisprozesse ein (Pythium), die Wurzeln sterben ab, und die Pflanze welkt trotz ausreichend Wasser. Das sieht dann aus wie Trockenheit – und viele Anfänger gießen noch mehr.

Die Lösung: Immer Töpfe mit Drainagelöchern verwenden, eine Perlite- oder Blähtonschicht einbauen und Untersetzer regelmäßig leeren. Beim Gießen sollten ca. 10–20 % der Flüssigkeit unten wieder herauslaufen (sogenannter Run-off oder Drain).

Welche Töpfe, Perlite und Substrate wir konkret empfehlen, erfährst du bei uns vor Ort in der Siegesstraße 6 in Köln-Deutz – oder du stöberst im Online-Shop:

Weiterführend: Growbox einrichten – Schritt für Schritt

Häufige Fragen

Welches Substrat ist am besten für Anfänger?

Erde ist das beste Substrat für Einsteiger. Vorgedüngte Erden wie BioBizz Light-Mix oder Plagron Grow-Mix enthalten Nährstoffe für die ersten Wochen. Erde puffert pH-Schwankungen ab und verzeiht Fehler beim Gießen und Düngen – du hast Tage, nicht Stunden, um Probleme zu beheben. Starte mit Erde, lerne die Grundlagen, und wechsle später zu Coco oder Hydro.

Brauche ich bei Kokos wirklich CalMag?

Ja, CalMag ist bei Coco Pflicht. Kokosfasern haben eine hohe Kationenaustauschkapazität – sie binden Kalzium (Ca) und Magnesium (Mg) aus der Nährlösung. Ohne CalMag-Ergänzung zeigen Pflanzen innerhalb von 1–2 Wochen typische Mängelsymptome: braune Flecken auf den Blättern (Ca-Mangel) und Vergilbung zwischen den Blattadern (Mg-Mangel). Dosierung: 0,3–0,5 ml/L bei jedem Gießvorgang.

Ist Hydro wirklich so viel schneller als Erde?

Ja, der Unterschied ist signifikant. In einem gut eingestellten DWC-System wachsen Pflanzen 30–50 % schneller als in Erde. Die Wurzeln haben direkten, permanenten Zugang zu optimal gelösten Nährstoffen und reichlich Sauerstoff. In Erde müssen Mikroorganismen die Nährstoffe erst verfügbar machen – das dauert. Coco liegt dazwischen: ca. 10–20 % schneller als Erde, aber nicht so schnell wie DWC.

Kann ich von Erde auf Coco umsteigen, ohne neu zu kaufen?

Für den Umstieg von Erde auf Coco brauchst du neues Substrat, einen CalMag-Dünger und eventuell ein pH-Messgerät (falls du noch keins hast). Die Töpfe kannst du weiterverwenden, sofern sie Drainagelöcher haben. Das Dünge-Regime ändert sich grundlegend: Bei Coco düngst du bei jedem Gießen (fertigation), nicht nur alle paar Tage. EC- und pH-Kontrolle werden deutlich wichtiger. Budget für den Umstieg: ca. 30–50 €.

Warum ist die 70/30-Mischung (Coco/Perlite) so beliebt?

Die 70/30-Mischung aus Coco und Perlite gilt als optimaler Kompromiss zwischen Wasserspeicherung und Sauerstoffversorgung. Reines Coco kann sich bei übermäßigem Gießen verdichten und staunass werden. 30 % Perlite schaffen Lufttaschen, verbessern die Drainage und verhindern Verdichtung. Die Wurzeln wachsen schneller und gesunder, weil sie konstant ausreichend Sauerstoff erhalten. Wir mischen diese Verhältnis für Kunden in unserem Growshop in Köln auf Wunsch direkt zusammen.

Wie teuer ist ein komplettes Hydro-Setup im Vergleich zu Erde?

Ein einfaches DWC-Setup für eine Pflanze (20-L-Eimer, Luftpumpe, Airstone, Netztopf, pH/EC-Messgerät, Dünger) kostet ca. 150–250 €. Ein vergleichbares Erde-Setup (Topf, Erde, einfacher Dünger) liegt bei 30–60 €. Coco mit automatischer Bewässerung liegt dazwischen bei 80–150 €. Dazu kommen bei Hydro höhere Stromkosten für die Luftpumpe (ca. 2–5 €/Monat) und teurere Dünger (mineralische Hydro-Dünger kosten mehr als organische Erd-Dünger).

Kann man Erde und Kokos mischen?

Ja, das ist möglich und wird von manchen Growern praktiziert. Eine typische Mischung ist 50 % Erde + 30 % Coco + 20 % Perlite. Die Erde liefert den Nährstoff-Puffer, das Coco verbessert die Belüftung und Drainage. Allerdings verlierst du die Vorteile beider Welten teilweise: Die Mischung puffert weniger als reine Erde und ist langsamer als reines Coco. Für Anfänger, die sich langsam an Coco herantasten wollen, kann es ein sinnvoller Zwischenschritt sein. Beim Düngen orientierst du dich am pH-Bereich von Erde (6,0–6,5).

Persönliche Substrat-Beratung im Growshop Köln-Deutz: Wir zeigen dir alle Substrate vor Ort, erklären die Unterschiede und finden gemeinsam das richtige Medium für deinen Grow – kostenlos.
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